Echtes Labkraut (Galium verum)
Standort: Es liebt sonnige, eher trockene Magerrasen, Wegraine und Böschungen. Es ist ein klassischer Bewohner von sonnenverwöhnten Wiesen.
Blühzeit & Größe: Von Juni bis September verwandelt es Flächen in ein goldgelbes Blütenmeer und erreicht eine Höhe von 20 bis 60 cm.
Verwendung: Der Name ist Programm: Es enthält das Enzym Lab, das früher zur Käseherstellung (Dicklegen der Milch) genutzt wurde. In der traditionellen Heilkunde schätzt man die enthaltenen Kieselsäureverbindungen und Flavonoide zur Unterstützung der Nierenfunktion und zur Pflege der Haut.
Unterschied zu nahen Verwandten: Während die meisten Labkräuter weiß blühen, leuchtet das Echte Labkraut goldgelb. Seine Blätter sind sehr schmal, fast nadelartig und stehen in Quirlen (meist 8 bis 12 Blätter) um den Stängel.
Tradition & Mythos: Wegen seines honigartigen Duftes wurde es früher als duftende Füllung für Strohmatratzen verwendet, weshalb es auch „Unserer Lieben Frauen Bettstroh“ genannt wird. Es galt als Schutzpflanze für Wöchnerinnen.
Ökologischer Wert: Es ist die wichtigste Futterpflanze für die Raupen des prächtigen Taubenschwänzchens und des Labkraut-Schwärmers. Zudem ist es eine wichtige Pollenquelle für spezialisierte Wildbienen.
Rote-Liste-Status: In Deutschland gilt es als „ungefährdet“. Dennoch ist es als wertvoller Trittstein im Garten (besonders in Trockenmauer-Nähe) oder im Balkonkasten unverzichtbar, um den Fortbestand spezialisierter Falter in Siedlungsgebieten zu sichern.
