Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
Standort: Sie ist eine Überlebenskünstlerin, die sonnige bis halbschattige Plätze auf eher mageren, trockenen Wiesen, an Felsvorsprüngen oder Waldrändern bevorzugt.
Blühzeit & Größe: Von Juni bis September wiegen sich ihre violettblauen Glocken im Wind; dabei erreicht sie eine zierliche Höhe von 10 bis 40 cm.
Verwendung: In der modernen Gartengestaltung wird sie als filigrane Staude für Steingärten geschätzt. Traditionell dient sie vor allem als Symbol für Beständigkeit und wurde in der Volkskunde gelegentlich in rituellen Kräutermischungen verwendet.
Unterschied zu nahen Verwandten: Ihr Name wirkt oft verwirrend, da die oberen Blätter schmal und lanzettlich sind. Doch an der Basis finden sich – oft unter anderem Gras versteckt – die namensgebenden rundlich-herzförmigen Grundblätter, die sie von der Wiesen-Glockenblume unterscheiden.
Tradition & Mythos: In Schottland nennt man sie „Bluebell of Scotland“. Man erzählte sich früher, dass dort, wo Glockenblumen wachsen, Feenwesen ihren Tanzplatz haben – wer sie pflückt, könnte den Unmut der Naturgeister auf sich ziehen.
Ökologischer Wert: Ein Paradies für Spezialisten! Über 10 verschiedene Wildbienenarten, darunter die spezialisierte Glockenblumen-Scherenbiene, sind auf ihren Pollen angewiesen. Sie ist eine unverzichtbare Partnerin in der heimischen Insektenwelt.
Rote-Liste-Status: Aktuell ist sie in Deutschland als „ungefährdet“ eingestuft, doch wie viele Magerwiesen-Bewohner verliert sie durch Überdüngung zunehmend an Lebensraum.
