Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
Standort: Er ist ein echter Wasserfan und besiedelt bevorzugt Röhrichte, Grabenränder, Erlenbruchwälder und nasse Uferzonen. Er liebt nährstoffreiche Schlammböden.
Blühzeit & Größe: Von Juli bis September erscheinen die kleinen, weißen Blütenquirle in den Blattachseln; die Pflanze wächst aufrecht und erreicht eine Höhe von 30 bis 80 cm.
Verwendung: In der modernen Phytotherapie ist der Wolfstrapp hochinteressant. Er enthält Lithospermsäure und Flavonoide, die traditionell zur sanften Regulierung einer leichten Schilddrüsenüberfunktion und bei nervöser Unruhe oder Herzklopfen eingesetzt werden.
Unterschied zu nahen Verwandten: Er sieht auf den ersten Blick wie eine Minze aus, riecht aber kaum. Charakteristisch sind die tief gesägten bis fiederteiligen Blätter und der vierkantige Stängel. Im Gegensatz zur Minze hat er nur zwei (statt vier) fruchtbare Staubblätter.
Tradition & Mythos: Der Name „Wolfstrapp“ leitet sich von der Form der Blätter ab, die früher mit dem Fußabdruck (Trapp) eines Wolfes verglichen wurden. Früher wurde aus der Pflanze auch ein schwarzer Farbstoff zum Färben von Leinen gewonnen.
Ökologischer Wert: Ein unterschätzter Insektenmagnet! In Feuchtgebieten ist er eine vitale Tankstelle für eine Vielzahl von über 100 Insektenarten. Besonders Schwebfliegen, kleine Wildbienen und spezialisierte Wanzenarten sind auf ihn angewiesen. Er bietet Nahrung, wenn viele andere Sumpfpflanzen bereits verblüht sind.
Rote-Liste-Status: Er gilt als „ungefährdet“. Dennoch ist er ein essenzieller Trittstein für naturnahe Gärten mit Teich oder feuchten Senken. Er fungiert als wichtige Brücke, um die Artenvielfalt der schwindenden Feuchtbiotope in unsere Gärten zu retten.
