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Kräuterwissen: Warum wir die Geschichten unserer Pflanzen neu erzählen

Aktualisiert: 6. Mai


Seit Anbeginn der Menschheit sind Kräuter unsere Begleiter. Ob in den Klöstern des Mittelalters, in den ayurvedischen Lehren Indiens oder bei den indigenen Völkern weltweit – überall wird seit Jahrtausenden mit Pflanzen gekocht und ihre unterstützende Kraft geschätzt. Dieses Wissen war nie bloßes Handwerk, sondern immer Ausdruck einer tiefen Verbindung zur Natur.


In unserer Gärtnerei ist ein „Kräuterporträt“ weit mehr als eine botanische Beschreibung.

Es ist der Versuch, eine Brücke zu bauen.



Das Gleichgewicht aus Geben und Nehmen

In der regenerativen Landwirtschaft verstehen wir uns als Teil eines Kreislaufs. Wenn wir Wild- und Heilstauden kultivieren, ist das ein ständiges Wechselspiel.

Wir schenken der Erde Aufmerksamkeit und Terra Preta, und die Pflanzen schenken uns ihre Vitalität und Schönheit.

Diese Dankbarkeit für die „Geschenke“ der Natur ist unser täglicher Antrieb.



Wissen bewahren, Zukunft gestalten

Viel traditionelles Wissen ist über die Generationen verloren gegangen. Wir möchten dieses Erbe bewahren, es aber nicht einfach nur unkritisch übernehmen.

Wir kombinieren das „Oma-Wissen“ mit modernen Erkenntnissen.

So bauen wir Brücken zwischen der Volksheilkunde und einem heutigen, ökologischen Bewusstsein.


Einer Persönlichkeit gegenübertreten

Jede Staude ist für uns ein ökologischer Trittstein in deinem Garten. Aber noch wichtiger: Wir laden dich ein, einer Pflanze wie einer Persönlichkeit gegenüberzutreten. Wer sie beim Wachsen beobachtet, versteht ihren Charakter und ihre Kraft viel besser.



Drei Schätze aus dem Garten: Traditionelle Anwendungen

Hinweis: Die folgenden Rezepte stammen aus der traditionellen Volksheilkunde.

Sie dienen der allgemeinen Unterstützung des Wohlbefindens und ersetzen bei Beschwerden niemals den Rat eines Arztes oder Heilpraktikers.



1. Johanniskraut: Das „Sonnenlicht in der Flasche“


Traditionell wird Johanniskraut mit der Energie der Sommersonne verbunden. Das berühmte Rotöl wird seit Generationen als pflegendes Körperöl geschätzt.

  • Traditionelle Anwendung: Es wird in der Hautpflege besonders gerne zur Beruhigung nach einem langen Tag im Freien oder zur Pflege von strapazierten Hautpartien genutzt.

  • Das Rezept:

    1. Sammle die gelben Blüten an einem trockenen Vormittag.

    2. Fülle ein Glas locker zu zwei Dritteln mit den Blüten.

    3. Übergieße alles mit einem hochwertigen Bio-Öl (z.B. Olivenöl).

    4. Lasse es ca. 4–6 Wochen an einem hellen Ort ruhen, bis es sich tiefrot färbt. Täglich sanft schwenken.

    5. Abseihen und in dunkle Flaschen füllen.



2. Schafgarbe: Die sanfte Begleiterin


Die Schafgarbe (Achillea) gilt in der Kräuterkunde als „Augenbraue der Venus“. Sie wird traditionell wegen ihrer ausgleichenden Eigenschaften geschätzt.

  • Wohltuender Tee: Ein Aufguss aus Schafgarbe wird klassischerweise getrunken, um nach dem Essen zur Ruhe zu kommen und ein gutes Bauchgefühl zu fördern.

  • Zubereitung:

    • 1 TL Kraut pro Tasse mit heißem (nicht mehr kochendem) Wasser übergießen.

    • Maximal 5–7 Minuten ziehen lassen, damit die Bitterstoffe angenehm bleiben.




3. Ringelblume (Calendula): Die Hüterin der Haut


Die leuchtend orangefarbene Ringelblume ist der Inbegriff von Vitalität.

In jedem Bauerngarten war sie früher zu finden, meist direkt neben dem Gemüse.


  • Pflegender Balsam oder Tee-Auszug: Sie ist die erste Wahl in der traditionellen Hautpflege, wenn es um Sanftheit und Regeneration geht.

  • Kleiner Tipp: Ein starker Tee-Aufguss der Blüten kann wunderbar für umschläge oder als Gesichtswasser für empfindliche Haut verwendet werden. Das wirkt herrlich erfrischend und pflegend.



Welches Kraut ist ihr persönlicher Begleiter im Garten?


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Kräuterhof Ammersee

Pflanzliste 2026

 

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A

  • Ähriger Blauweiderich – Pseudolysimachion spicatum

  • Alant – Inula helenium

  • Amerikanische Arnika – Arnica chamissonis

  • Angelica Archangelica (Arznei-Engelwurz) – Angelica archangelica

  • Angelica Sylvestris (Wald-Engelwurz) – Angelica sylvestris

  • Anis-Ysop / Agastache Anisata – Agastache foeniculum

  • Arnika montana – Arnica montana

  • Arznei-Thymian (Thymus V3) – Thymus vulgaris

B

  • Baldrian – Valeriana officinalis

  • Beifuss – Artemisia vulgaris

  • Bilsenkraut – Hyoscyamus niger

  • Blutweiderich – Lythrum salicaria

  • Bohnenkraut – Satureja hortensis

D

  • Dost – Origanum vulgare

E

  • Echte Kamille – Matricaria chamomilla

  • Echter Ehrenpreis – Veronica officinalis

  • Echtes Labkraut – Galium verum

  • Eibisch – Althaea officinalis

  • Einjähriger Beifuß – Artemisia annua

  • Engelwurz – Angelica archangelica

F

  • Färberhundskamille – Anthemis tinctoria

  • Fetthenne – Sedum telephium (Prächtige Fetthenne: Hylotelephium spectabile)

  • Frauenmantel – Alchemilla vulgaris

G

  • Gamander-Ehrenpreis – Veronica chamaedrys

  • Garten-Erdbeere – Fragaria × ananassa

  • Gewöhnlicher Blutweiderich – Lythrum salicaria

  • Großer Ehrenpreis – Veronica teucrium

  • Großer Wiesenknopf – Sanguisorba officinalis

  • Gundelrebe – Glechoma hederacea

H

  • Heilziest – Stachys officinalis

  • Herzgespann – Leonurus cardiaca

J

  • Johanniskraut – Hypericum perforatum

K

  • Karthäuser-Nelke – Dianthus carthusianorum

  • Kaukasus-Gamander – Teucrium chamaedrys

  • Kleinblütige Königskerze – Verbascum thapsus

  • Kleines Habichtskraut – Hieracium pilosella

  • Königskerze – Verbascum densiflorum

  • Kornblume – Centaurea cyanus

  • Kornrade – Agrostemma githago

L

  • Lavendel – Lavandula angustifolia

M

  • Mädesüß – Filipendula ulmaria

  • Majoran – Origanum majorana

  • Mariengras – Hierochloe odorata

  • Mariendistel – Silybum marianum

  • Meisterwurz – Peucedanum ostruthium

  • Minze (versch. Sorten) – Mentha spp.

  • Monarde – Monarda fistulosa

  • Moschus-Malve – Malva moschata

O

  • Odermennig – Agrimonia eupatoria

  • Oregano – Origanum vulgare

P

  • Prächtige Fetthenne – Hylotelephium spectabile

  • Pulsatilla (Küchenschelle) – Pulsatilla vulgaris

R

  • Ringelblume – Calendula officinalis

  • Römische Kamille – Chamaemelum nobile

  • Rosenwurz – Rhodiola rosea

  • Rosmarin – Rosmarinus officinalis

  • Rudbeckia (rauer Sonnenhut) – Rudbeckia hirta

  • Rundblättrige Glockenblume – Campanula rotundifolia

S

  • Salbei – Salvia officinalis

  • Schafgarbe – Achillea millefolium

  • Schnittlauch – Allium schoenoprasum

  • Schöllkraut – Chelidonium majus

  • Steinklee – Melilotus officinalis

  • Strohblume – Helichrysum bracteatum

  • Sumpf-Schafgarbe – Achillea ptarmica

T

  • Thymian (Schweizer) – Thymus vulgaris

  • Tormentill / Blutwurz – Potentilla erecta

U

  • Ufer-Wolfstrapp – Lycopus europaeus

V

  • Virginia-Malve – Sida hermaphrodita

W

  • Wald-Erdbeere – Fragaria vesca

  • Wald-Ziest – Stachys sylvatica

  • Wegwarte – Cichorium intybus

  • Wermut – Artemisia absinthium

  • Wiesen-Flockenblume – Centaurea jacea

  • Wiesenschaumkraut – Cardamine pratensis

  • Wilde Karde – Dipsacus fullonum

  • Wilde Möhre – Daucus carota

Y

  • Ysop – Hyssopus officinalis

An der Schweinach 2, 86949 Windach

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