Kräuterwissen: Warum wir die Geschichten unserer Pflanzen neu erzählen
- info9456839
- 20. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Stunden
Seit Anbeginn der Menschheit sind Kräuter unsere Begleiter. Ob in den Klöstern des Mittelalters, in den ayurvedischen Lehren Indiens oder bei den indigenen Völkern weltweit – überall wird seit Jahrtausenden mit Pflanzen gekocht und ihre unterstützende Kraft geschätzt. Dieses Wissen war nie bloßes Handwerk, sondern immer Ausdruck einer tiefen Verbindung zur Natur.
In unserer Gärtnerei ist ein „Kräuterporträt“ weit mehr als eine botanische Beschreibung.
Es ist der Versuch, eine Brücke zu bauen.
Das Gleichgewicht aus Geben und Nehmen
In der regenerativen Landwirtschaft verstehen wir uns als Teil eines Kreislaufs. Wenn wir Wild- und Heilstauden kultivieren, ist das ein ständiges Wechselspiel.
Wir schenken der Erde Aufmerksamkeit und Terra Preta, und die Pflanzen schenken uns ihre Vitalität und Schönheit.
Diese Dankbarkeit für die „Geschenke“ der Natur ist unser täglicher Antrieb.
Wissen bewahren, Zukunft gestalten
Viel traditionelles Wissen ist über die Generationen verloren gegangen. Wir möchten dieses Erbe bewahren, es aber nicht einfach nur unkritisch übernehmen.
Wir kombinieren das „Oma-Wissen“ mit modernen Erkenntnissen.
So bauen wir Brücken zwischen der Volksheilkunde und einem heutigen, ökologischen Bewusstsein.
Einer Persönlichkeit gegenübertreten
Jede Staude ist für uns ein ökologischer Trittstein in deinem Garten. Aber noch wichtiger: Wir laden dich ein, einer Pflanze wie einer Persönlichkeit gegenüberzutreten. Wer sie beim Wachsen beobachtet, versteht ihren Charakter und ihre Kraft viel besser.
Drei Schätze aus dem Garten: Traditionelle Anwendungen
Hinweis: Die folgenden Rezepte stammen aus der traditionellen Volksheilkunde.
Sie dienen der allgemeinen Unterstützung des Wohlbefindens und ersetzen bei Beschwerden niemals den Rat eines Arztes oder Heilpraktikers.
1. Johanniskraut: Das „Sonnenlicht in der Flasche“
Traditionell wird Johanniskraut mit der Energie der Sommersonne verbunden. Das berühmte Rotöl wird seit Generationen als pflegendes Körperöl geschätzt.
Traditionelle Anwendung: Es wird in der Hautpflege besonders gerne zur Beruhigung nach einem langen Tag im Freien oder zur Pflege von strapazierten Hautpartien genutzt.
Das Rezept:
Sammle die gelben Blüten an einem trockenen Vormittag.
Fülle ein Glas locker zu zwei Dritteln mit den Blüten.
Übergieße alles mit einem hochwertigen Bio-Öl (z.B. Olivenöl).
Lasse es ca. 4–6 Wochen an einem hellen Ort ruhen, bis es sich tiefrot färbt. Täglich sanft schwenken.
Abseihen und in dunkle Flaschen füllen.
2. Schafgarbe: Die sanfte Begleiterin
Die Schafgarbe (Achillea) gilt in der Kräuterkunde als „Augenbraue der Venus“. Sie wird traditionell wegen ihrer ausgleichenden Eigenschaften geschätzt.
Wohltuender Tee: Ein Aufguss aus Schafgarbe wird klassischerweise getrunken, um nach dem Essen zur Ruhe zu kommen und ein gutes Bauchgefühl zu fördern.
Zubereitung:
1 TL Kraut pro Tasse mit heißem (nicht mehr kochendem) Wasser übergießen.
Maximal 5–7 Minuten ziehen lassen, damit die Bitterstoffe angenehm bleiben.
3. Ringelblume (Calendula): Die Hüterin der Haut
Die leuchtend orangefarbene Ringelblume ist der Inbegriff von Vitalität.
In jedem Bauerngarten war sie früher zu finden, meist direkt neben dem Gemüse.
Pflegender Balsam oder Tee-Auszug: Sie ist die erste Wahl in der traditionellen Hautpflege, wenn es um Sanftheit und Regeneration geht.
Kleiner Tipp: Ein starker Tee-Aufguss der Blüten kann wunderbar für umschläge oder als Gesichtswasser für empfindliche Haut verwendet werden. Das wirkt herrlich erfrischend und pflegend.
Welches Kraut ist ihr persönlicher Begleiter im Garten?



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